Erfahrungen mit einer Solaranlage für den Eigenbedarf



Energiertrag seit dem 27.08.2019: 262,1 kWh (Stand 01.08.2020)
01.07.2020: 220,0 kWh
01.06.2020: 185,1 kWh
01.05.2020: 148,7 kWh
02.04.2020: 100,3 kWh
11.03.2020:   70,3 kWh
01.09.2019:     5,1 kWh

Spruch des Jahres 2019:  (Quelle: Link links)
Seit Einführung des EEG 2014 ist die EEG-Umlage grundsätzlich fr jeden Stromverbrauch zu zahlen. Auch Eigenversorger müssen daher für ihren selbst erzeugten und verbrauchten Strom grundsätzlich die EEG-Umlage zahlen.
Das entspricht in etwa der Pflicht, für im Garten selbst erzeugte und selbst aufgegessenen Tomaten Umsatzsteuer abzuführen. Welcher hirnverbrannte Politiker hat sich denn das ausgedacht, etwa der Herr Gabriel? Da kann man nur auf die EU hoffen. (und noch ein Link)


Allgemeines
Die Anzahl der "Beischlafgeräte" im Haushalt steigt ständig. Neuerdings wird das Telefon nicht mehr von der Telekom mit Strom versorgt. Es sind sogar Modem, Router und ISDN-Adapter dazugekommen. Die ISDN-Anlage, die Mikrowelle, der Elektroherd, Wecker, TV-Technik, Klingel, Kühlschrank usw. und nicht zuletzt die Heizungsanlage verbrauchen ständig Strom. Der Grundverbrauch von allem liegt inzwischen so etwa zwischen 100 und 200 Watt.
Seit Mitte der 1980er Jahre erwäge ich die Errichtung einer kleinen Windmühle mit Drehstrom­generator. Das hat sich nach 1990 zerschlagen. Die Idee war noch wach. Die Errichtung einer kleinen Solaranlage scheiterte an den hohen Kosten, wenn man nicht ins Netz einspeisen möchte und dafür keine Förderung bekommt.
Seit kurzem werden kleine Solaranlagen fr den Eigenbedarf im Handel angeboten!

Beschaffung
Solaranlagen sind zur Zeit günstig zu bekommen. Es gibt zwei Arten von Solarmodulen:
  • Polykristallin:  280 Watt Nennleistung, 249
  • Monokristallin: 310 Watt Nennleistung, 298

    Polykristalline Module sind nicht so hitzeempfindlich. Bei den hohen Temperaturen ab Mai sind sie besser, denn in der Mittags­hitze sinkt die Stromausbeute bei monokristallinen Modulen nicht unerheblich. Außerdem sind sie etwas preiswerter als monokristalline.
    Monokristalline Module haben bei gleichen Abmessungen etwas höheren Wirkungsgrad, sind etwas besser bei diffusem Licht, kosten dafür aber etwas mehr.
Der handwerklich geschickte Verbraucher benötigt nur das Solarpaneel und den Wechsel­richter. Die Halterung muß man sich dann selbst bauen und den Anschluß normgerecht ausführen. Dann kostet das Ganze nur 267,80 , einschließlich Versand. In etwa fünf Jahren hat man die Unkosten rein, theore­tisch. Danach wird Geld gespart.
Gesagt, getan. Die beiden Teile kamen in zwei getrennten Sendungen an. Das Anschließen war schnell erledigt. Das Paneel lag auf dem Terrassenboden und in der Terrassensteckdose steckte an einem Leistungmesser die Solaranlage.

Der Anschluß
Der Wechselrichter von Envertech blinkt wild rot. Nach einiger Synchronisationszeit schaltet die Anzeige ab und zu auf grün. Es zeigt sich, daß das grüne Blinken etwas mit der erzeugten Energie zu tun hat:
2mal Blinken = 20% der Nennleistung
8mal Blinken = 80% der Nennleistung
Es blinkt 7-8 mal. Es fließt aber kein Strom! ... Der Leistungsmesser ist richtungsabhängig! Er mißt nur, wenn ein Verbraucher angesteckt ist. Die Solaranlage ist aber ein Erzeuger. Also aufschrauben und die beiden dicken Kabel von der Buchse miteinander vertauschen, am besten auf der kleinen Platine die dicken Drähte umlöten. Dazu braucht man einen kräftigen Lötkolben.
Das Ergebnis ist erfreulich: über 200 Watt in der Mittagssonne.
So kann es nicht bleiben. Das Paneel soll vorerst auf einer rollbaren Haltevorrichtung montiert und muß gegen Windlast beschwert werden. Im gut sortierten Eigenheim liegen noch Aluprofile vom Antennenbau aus den 1980er Jahren herum. Zusammen mit 24 Edelstahlschrauben zwei Holzplanken und drei Rasenkantenplatten 26,5 kg ist das schnell gemacht. Die Rollen müssen sehr stabil sein, sind etwas teurer und feststellbar. Alles zusammen kostete etwa 35 . Die hintere vertikale Strebe ist ein Winkelprofil mit Lochraster. Dadurch kann der Neigunswinkel des Paneels von etwa 25 bis 55 verstellt werden. Zur Zeit sind es ca. 40.
Nach der Versuchsphase soll die Anlage über eine Wieland-Buchse an der Hauswand fest mit dem Hausnetz verbunden und elektrisch separat abgesichert werden.

Ergebnisse und Erwartungen
Nach drei sonnigen Tagen ab 1. September lag der Ertrag bei 2,5 kWh. Die Spitzenleistung war 291 Watt (siehe Bilder rechts).
Der Clou der Konstruktion ist folgender:
Als Rentner kann man das Paneel morgens nach Osten, mittags nach Süden und nachmittags nach Westen ausrichten. Das erhöht die Ausbeute nicht unerheblich. Hinzu kommt die Verstellung des Neigungswinkels entsprechend dem Sonnenstand in den Jahreszeiten. Das ist viel günstiger als eine fest installierte Anlage. Aus diesem Grund rechne ich mit einer Amortisationszeit von nur drei Jahren!

Es wird berichtet, daß der Zähler rückwärts läuft, wenn mehr Energie erzeugt wird, als man selbst verbraucht. Ein Test in der hellsten Mittagssonne bei abgeschaltetem Kühlschrank brachte das Ergebnis: er dreht sich rückwärts! ... aber ganz ganz wenig. Am Tage kommt das so gut wie gar nicht vor und nachts gibt es keine Solarenergie. Ich schätze, daß unter ungünstigen Bedingungen - also bei bestem Sonnenlicht und geringstem Energieverbrauch - mal ein paar Watt ins Netz geliefert werden könnten.
Interessant ist, daß bei einem Drehstromanschluß der Zähler integrierend wirkt. Wird auf einer Phase mehr Strom erzeugt, als verbraucht wird, und der Verbrauch liegt auf einer anderen Phase, dreht sich der Zähler trotzdem langsamer.

Gesetze, Recht und Irrsinn
  1. Der Betreiber von Solaranlagen müßte laut Gesetz eine Sonnensteuer entrichten, wenn er Strom für den Eigenbedarf erzeugt! Diesen Irrsinn hat Herr Gabriel zu verantworten und ist gleichzusetzen mit einer Mehrwertsteuer auf selbstgeerntete Tomaten. Das ist absoluter Irrsinn...
  2. Damit den Energiekonzernen nicht ihr Gewinn geschmälert wird, darf kein Strom ins Netz eingespeist werden!???
    Um das zu gewährleisten, muß das Energieunternehmen davon unterrichtet werden, damit eine Zählersperre eingebaut wird. Der Sinn ist nicht ganz klar. Mein zuviel erzeugter Strom fließt nach wie vor ins Netz, nur der Zähler dreht sich durch die Sperre nicht rückwärts. Eigentlich ist das Diebstahl. Irgendein Verbraucher meines Stromes zahlt an die Konzerne Geld für meinen Strom, samt Steuern, Netzgebühr und EEG-Umlage. Ich be­komme nichts. Ich will auch nichts haben. Es ist mein Beitrag an "grünem" Strom, für die "umweltfreundlichen" Elektroautos mit den Sondermüll­akkus.
  3. Würde ich mehr Strom erzeugen, wäre ich Stromerzeuger, bekäme eine Förderung und Geld für den Strom, den ich selbst produziere - ca. 10 Europfennige/kWh. Dafür muß ich ein Gewerbe anmelden und nun weitere Steuern zahlen. Da bleibe ich lieber Eigenverbraucher.
    Als Kleinerzeuger bekomme ich nichts und darf nicht mal einspeisen. Was für eine Irrsinn!
Zur Zeit bin ich also ein Illegaler und Gesetzesbrecher.

Links:
Solaranlage 280W
Solaranlage 320W
Tips für die Errichtung einer Eigenbedarfsanlage
Praxiserfahrungen mit einer Mini-Solaranlage
Erleichtertes Anschließen

Letzte Bearbeitung: 02. 08. 2020
11K Bytes