Heimcomputer KC85/2, KC85/3, KC85/4
Hinweise und Tips: Digitale PLL


PLL im D004

Spätestens nach der fünften Neueinstellung der PLL in der Floppy-Disk-Basis (D004) nach einem "cannot read error"-Fehler ist man reif für die von Enrico Grämer vorgeschlagene Umstellung auf eine "digitale" PLL. Diese Schaltung wurde bereits im FDC des Z9001/KC87 und des BICs eingesetzt und wird auch im KC-Compact verwendet.
Es bietet sich an, die drei benötigten Schaltkreise (DL193, DL074 und DL014 oder ihre westlichen Äquivalenztypen) auf dem Rasterfeld der Bustreiberplatine unterzubringen. Die Versorgungsspannungen liegen in der Nähe und nur noch fünf Verbindungen sind verdrillt auf die Hauptplatine zu führen.
Nach Auftrennen der alten Verbindungen zum FDC-Schaltkreis 8272 ist die Schaltung funktionsfähig.

Bustreiberplatine Leitungen auf der L-Seite Schaltplan

Bedenken wegen der zerstörten Originalität des D004 sollte man nicht haben. Der Umbau ist äußerlich unsichtbar und die verläßlich funktionierende Technik löst sicher Begeisterungsstürme bei den Interessierten aus. Wer aber nur originale und meist nicht funktionierende DDR-Technik in seinem Museum den gelangweilten Besuchern vorführen will, mag davon Abstand nehmen.....

Um die Anfälligkeit der originalen PLL zu unterstreichen, folgt hier ein Auszug aus der Einstellvorschrift:
13.2 Einstellvorschrift Netzteil Floppy Disk Drive

 Das Netzteil des D004 Floppy Disk Drive ist zwischen den Anschlüssen 5P und 
 Masse des Anschlußkabels durch Einstellen des Reglers R12 auf die Spannung 
 von 5,09 V einzuregeln!
 Durch Anstecken einer Last ist die max. Spannung von 4,80 V nachzuweisen. Die 
 Last muß folgende Werte gewährleisten:
 Belastung  5P: 300 mA;
 Belastung 12P: 100 mA.

13.3 Einstellvorschrift der PLL

 Auf die Einstellung der PLL hat die Versorgungsspannung großen Einfluß. 
 Deshalb ist vor dem Abgleichen der PLL die Versorgungsspannung zu überprüfen 
 (nach Einstellvorschrift Netzteil).
 Die PLL läßt sich durch Einstellen der Widerstände R727 und R728 
 auf die notwendige Frequenz abgleichen. Es sind folgende Arbeitsgänge 
 auszuführen:

 1) Stellen von R727 und R728 auf maximalen Widerstand (R727 linker Anschlag, 
    R728 rechter Anschlag). VORSICHT: Nicht überdrehen!
 2) Messen mit Zähler an Pin 3 von D601, Frequenz muß größer als 1000 kHz sein!
 3) Mit R727 auf ca. 450 kHz abgleichen, danach mit R728 auf 500 kHz einstellen.
 4) Kontrolle Fangbereich:
    Pin 9 von D706 mit Masse (GND) und danach mit 5P verbinden. Dabei muß die 
    Frequenz zwischen > 600 kHz und < 400 kHz verstimmt werden.
In der Praxis treten leider hin und wieder Abweichungen vom vorgesehenen Fangbereich ein. Abhilfe bringt in so einem Fall nur eine Änderung der betroffenen Kapazitäten.

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Letzte Bearbeitung: 13. 02. 2015
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