Heimcomputer Z9001, KC85/1, KC87 :
Neuauflage 64K-RAM-Erweiterung


Neuauflage der 64K-RAM-Platine mit DRAMs Leerplatine (ausverkauft):   9 €, bestückt und geprüft: 27 €

Für die Arbeit mit CP/M am Z9001/KC87 ist neben dem FDC-Modul auch eine RAM-Erweiterung erforderlich. Das RAM-Modul muß auch den Bereich von C000H bis E7FFH abdecken, der normalerweise von einem gesteckten ROM-Modul (im KC87 vom internen BASIC-Interpreter) belegt ist. Außerdem haben die ursprünglichen Entwickler des CP/M-Systems (ZFK-Rossendorf) noch die Verwendung eines sonst ungenutzten Bereichs des Moduls als Hintergrund-RAM vorgesehen. Das wird mit einer Bankumschaltung im Bereich 4000H bis 7FFFH erreicht. Das Modul enthält die dafür notwendige Schaltlogik.

Musterplatine Die Dokumente des Originalmoduls stammen aus einem schlecht lesbaren Schaltbild, einem Lageplan der Bauelemente und wurden von einem Originalmodul abgenommen.
Versuchsaufbau (Bild rechts)

Der Platine wurde nicht an modernere Bauelemente angepaßt. Die einzige Erweiterung ist die Anzeige der aktuellen RAM-Konfiguration durch LEDs.

Die notwendigen Unterlagen zum Selbstaufbau des Moduls liegen in den folgenden PDF-Dokumenten:

Schaltbild 38,246 Bytes 25. 03. 2010
Leiterplattendokumentation 292,679 Bytes 09. 03. 2010
Stückliste 8,431 Bytes 07. 04. 2010

Sowohl von Rossendorf als auch von Robotron wurden die im Modul vorhandenen 32K-Grund-RAM erst im Zusammenhang mit der RAM-Umschaltung aktiviert. Im neuen 64K-RAM-Modul ist dieser Nachteil behoben.

Hinweis:
Das Modul ersetzt im Prinzip zwei übliche 16K-RAM-Erweiterungsmodule. So kann man durch Zerlegung eines nun nicht mehr benötigten 16K-RAM-Moduls den EFS-Steckverbinder, die 8216 (meist russische) und vor allem das Gehäuse gewinnen. Wer die LED-Anzeige bestückt, muß noch drei 3mm-Löcher in den Gehäusedeckel bohren. Die Anschlußbeinchen der LEDs werden länger gelassen, damit sie dann durch die Löcher gucken können.
Die grüne LED zeigt die Betriebsbereitschaft an. Die rote LED signalisiert, daß der gesamte RAM aktiv ist. Die gelbe LED leuchtet, wenn der Hintergrund-RAM aktiviert wird.

LP B-Seite LP L-Seite Muster Modul komplett
Leiterplatte B-Seite Leiterplatte L-Seite Bestückungsmuster Modul im Gehäuse

RAS-CAS-Verzögerung Je nach eingesetzten RAM-Schaltkreisen kann es notwendig sein, die RAS-CAS-Verzögerung durch Verändern des Wertes von C15 anzupassen.
In extremen Fällen ist vor C15 einen Widerstand von 100 Ohm einzufügen. Dafür muß auf der B-Seite die Verbindung von Pin 2 nach Pin 3 des Schaltkreises D11 (LS04) aufgekratzt und auf der L-Seite der Widerstand eingelötet werden.
Das Bild rechts zeigt die Lage der /RAS- und /CAS-Impulse beim Schreiben (Autor: Klaus Junge).
Damit die Leuchtdioden nicht von anderen Modulen verdeckt werden, kann man sie auch abgewinkelt an der Seite aus dem Gehäuse herausgucken lassen.
Nebeneffekt:
Setzt man einen der Speicherschaltkreise auf eine Fassung , kann man an dieser Stelle andere 2164 prüfen. Da der Speicherbereich der Karte nicht zum Grund-RAM des Rechners gehört, kann man fast alle Adreßbereiche eines Schaltkreises prüfen.

Prüfung:
Für die Prüfung des Moduls wird der ZM30 in den Rechner geladen. Von hier aus (er liegt in den unteren 16K des Systemspeichers) kann man die RAM-Bereiche des Moduls ein-, aus- und umschalten. Die Wirkungen auf /ROMDI betreffen nur den KC87. Beim Z9001, KC85/1 ist der DIL-Schalter geschlossen, und es tritt keine Wirkung an /ROMDI ein. In der folgenden Tabelle sind die notwendigen Eingaben und deren Folgen erklärt.

Eingabe Wirkung Bemerkungen
RAM prüfen ("_" = Leerzeichen)
F4000_E7FF_31 gesamten RAM-Bereich mit "1" füllen  
T4000_ _ Ab 4000H 32 Zeichen ausgeben Es sollten Einsen sein
T8000_ _ Ab 8000H 32 Zeichen ausgeben Es sollten Einsen sein
V4000_7FFF_8000 Vergleich RAM-Bereich 4000H-7FFFH mit 8000H-BFFFH Es sollten keine Fehler auftreten
Hintergrund-RAM prüfen
QI5 Hintergrund-RAM einschalten gelbe LED leuchtet
T4000_ _ Ab 4000H 32 Zeichen ausgeben Es sollten keine Einsen sein
F4000_7FFF_32 Hintergrund-RAM mit "2" füllen  
T4000_ _ Ab 4000H 32 Zeichen ausgeben Es sollten Zweien sein
V4000_5FFF_6000 Vergleich RAM-Bereich 4000H-5FFFH mit 6000H-7FFFH Es sollten keine Fehler auftreten
QI4 Rückschalten in den Vordergrund-RAM gelbe LED aus
T4000_ _ Ab 4000H 32 Zeichen ausgeben Es sollten wieder Einsen sein
Oberen RAM prüfen
TC000_ _ Ab C000H 32 Zeichen ausgeben Es sollten keine Einsen oder Zweien sein
QI7 Oberen RAM einschalten (bis E7FFH) rote LED leuchtet,
an D1/15 (/ROMDI) liegt L-Pegel
TC000_ _ Ab C000H 32 Zeichen ausgeben Es sollten Einsen sein,
die wurden beim ersten Schreiben in den Hintergrund geschrieben
FC000_E7FF_33 Oberen-RAM mit "3" füllen  
TC000_ _ Ab C000H 32 Zeichen ausgeben Es sollten Dreien sein
VC000_D3FF_D400 Vergleich RAM-Bereich C000H-D3FFH mit D400H-E7FFH Es sollten keine Fehler auftreten
QI6 Abschalten des obersten Bereiches rote LED aus,
an D1/15 (/ROMDI) liegt H-Pegel
Gesamttest
QI7 Einschalten des obersten Bereiches rote LED an,
an D1/15 (/ROMDI) liegt L-Pegel
F4000_E7FF_41 Gesamt-RAM mit "A" füllen  
T4000_ _ Ab 4000H 32 Zeichen ausgeben Es sollten alles A sein
V4000_93FF_9400 Vergleich des Gesamtspeichers von 4000H bis E7FFH Es sollte kein Fehler auftreten

Start von CP/M:
Wer die Platine nachbaut und Probleme mit dem MEGA-Modul hat (oder ihn nicht hat und auch kein BOOT-Modul), kann das FDC-Modul und das 64K-DRAM-Modul stecken und den URLADER von der Kassette laden. Das kleine Programm (WAV-Datei, gezipt) enthält den Original-Urlader und wird in den RAM ab 400H geladen. Es ist nicht selbststartend. Mit CTRL-C meldet sich das CP/M-System und danach kann mit "BOOT" bzw. "BOOT B" das CP/M-System von der Diskette A bzw. B gestartet werden.

Insgesamt gibt es fünf Möglichkeiten, das CP/M zu starten:
1. von Kassette mit dem Programm "URLADER"
2. von einem schaltbaren ROM-Modul (Boot-Modul)
3. von einem ROM-Bank-Modul (Kombimodul bzw. MEGA-Modul)
4. vom TCP-IP-Modul
5. nach Erweiterung des FDC-Moduls um einen zusätzlichen schaltbaren ROM (nach Jörg Felgentreu)

(2) Hinweise für Umbau eines ROM-Moduls zum schaltbaren ROM-Modul (Boot-Modul)

(3) Hinweise für den Betrieb mit dem MEGA-Modul

(5) EPROM im FDC-Modul zum Booten nutzen

Letzte Bearbeitung: 22. 02. 2016
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