BIC, KC85, KC87, PC1715, Z1013, Z9001
Einsatz von GOTEK-Laufwerken:


Allgemeines
Mit der Diskettenerweiterung von Robotron/Rossendorf, dem Kombimodul bzw. dem 64K-SRAM-Modul + FDC-Modul hat man Zugriff auf zwei Diskettenlaufwerke 5,25" bzw. 3,5". Mit einem GOTEK-Laufwerk kann man auch ohne Disketten mit "Disketten" arbeiten:
Hier werden Diskettenabbilder von realen Disketten, die auf einem Speicherstift liegen, benutzt und verwaltet. Das heißt, es können Dateien kopiert, gelöscht und gestartet werden, wie auf echten Disketten.
Keir Fraser hat für das GOTEK die freie Software "FlashFloppy" entwickelt, sie ist kostenlos für den privaten Gebrauch und wird ständig weiter­entwickelt und verbessert.

Beschaffung der Technik.
Benötigt werden ein GOTEK-Diskettenlaufwerk (ca. 15 €), ein Speicherstift (ca. 7 €), zum Einspielen der Firmware ein USB-Kabel A-A und gegebenenfalls noch ein USB-TTL-Wandler CP1202 bzw. CP1204 (ca. 1,50 €) - Suchbegriff "CP2102 USB to TTL". Diese Teile sind beim Chinamann sehr preiswert zu bekommen.

GOTEK-Laufwerk" Flash-Speicherstift USB-Kabel USB-TTL-Wandler
GOTEK-Laufwerk   Speicherstift USB-Kabel A-A   USB-TTL-Wandler

Das Flashen der Firmware
Das Flashen ist im normalen Betrieb nicht notwendig. Aus diesem Grunde wurde das Steckfeld mit den Pins (J3, J4, RST) nicht bestückt und muß als erstes nachbestückt werden. Um FlashFloppy in das GOTEK zu bekommen, braucht man die Flash-Loader-Software von ST Microelectronics. Es gibt zwei Möglichkeiten der Übertragung: mit USB-Kabel oder über die serielle Schnittstelle. Eine PDF-Datei beschreibt die Vorgehensweise.

  1. USB-Kabel
    Ab WIN7 kann man mit einem USB-Kabel A-A die Flashsoftware übertragen. Es wird einfach vom PC an die USB-Buchse des Laufwerkes gesteckt, die USB-Stromversorgung wird für das GOTEK mitgenutzt. Von ST Microelectronics holt man sich die Flashsoftware STSW-STM32080. Die Vorgehensweise ist hier und hier sehr ausführlich beschrieben.

  2. Seriell
    Unter DOS, XP und mit USB-TTL-Wandler nimmt man die Flashsoftware FLASHER-STM32. Die Vor­gehensweise ist ebenfalls hier und hier beschrieben. Man braucht einen USB-TTL-Wandler und ein USB-Kabel A-A.

Aus dem aktuellen Downloadpaket von FlashFloppy verwendet man die .dfu-Datei aus dem Wurzelverzeichnis. Gibt es nach Einspielen der Firmware nach der Initialisierung nicht die Anzeige "F-F", ist etwas schiefgelaufen. Dann sollte man die Prozedur wiederholen, aber vorher einen RESET an RST auslösen. (Fehlermeldungen)

Aktualisierung mit neuen Versionen von FlashFloppy:
  1. Muß nur die Firmwareversion aktualisiert werden, wird Punkt 2 übersprungen.

  2. Manchmal kann es notwendig sein, auch den Bootlader zu erneuern. Hierbei werden alle alten upd- und rdl-Dateien auf dem Stift entfernt. Aus dem Verzeichnis "reloader" der neuen Version werden die .rdl- und die .upd-Datei (FF_Gotek-Bootloader-vX.X.rld und FF_Gotek-Reloader-vX.X.upd) in das Stammverzeichnis des USB-Stiftes kopiert. Mit beiden gedrückten Tasten wird das GOTEK eingeschaltet. Die neue Version des Bootloaders wird geladen.

  3. Aktualisieren der Firmware von Flashfloppy erfolgt jetzt einfach vom USB-Stift. Dazu werden alle evtl. vorhandenen upd- und rld-Dateien auf dem Stift entfernt. Die *.upd-Datei (FF_Gotek-vX.X.upd) aus dem Stammverzeichnis des Versionsarchivs wird in das Stammverzeichnis des USB-Stiftes kopiert. Mit beiden gedrückten Tasten wird das GOTEK eingeschaltet. Die neueste Version wird geladen, fertig.
Es gibt einige sehr sinnvolle Erweiterungen für das GOTEK-Laufwerk, die bei FlashFloppy und auch bei den Amiga-Fans beschrieben werden:

Ein OLED-Display
Hierfür braucht man weitere Technik: ein OLED-Display 128x32 (weiß oder blau) für etwa 2,50 € beim Chinamann. In der Reihenfolge, wie die Diskettenabbilder auf den Speicherstift übertragen werden, kann man sie ansprechen und nutzen. Das wird z.B. bei 37 Disketten etwas unübersichtlich, und man braucht eine Liste, mit den Diskettenbeschreibungen. Abhilfe schafft ein OLED-Display. Auf dem Display werden angezeigt:
- beim Start die Version von Flashfloppy
- die Dateinamen der Diskettenabbilder und die Verzeichnissnamen
- die Nummer des aktiven/ausgewählten Diskettenabbildes und die Gesamtanzahl der Diskettenabbilder
- die aktuell angewählte Spurnummer und die Diskettenseite.
- gegebenenfalls das Laufwerk (DSK 0 bzw. DSK 1).

In den neueren Firmwaren des GOTEK-Laufwerkes ist die Ansteuerung des Displays bereits enthalten. Die Ziffernanzeige des GOTEK-Laufwerkes wird gegen die OLED-Anzeige ausgetauscht. Das Display benötigt die gleichen Signale wie die Ziffernanzeige. Dafür muß ein neues Kabel an­gefertigt werden, denn das alte ist gering zu kurz. Nach ein paar mechanischen Anpassungen ist die Anzeige betriebsbereit.
Um die Lesbarkeit zu verbessern, ist es sinnvoll, den Zeichensatz 8x16 zu verwenden. Dazu muß aber der Ausbruch für die Anzeige um ca. 3,5 mm größer gefeilt werden, sonst sind nicht alle Zeichen sichtbar.
Hilfreich ist auch die Verwaltung der Diskettenabbilder in Verzeichnissen auf dem Speicherstift. Die Verzeichnisse werden in eckigen Klammern dargestellt.

Originaldisplay Versionsanzeige
 
Display ohne Steckerleiste   Versionsanzeige  

Laufwerksgeräusche
Lautsprecheranschluß Beim Booten eines Systems passiert scheinbar nichts. Es fehlt die akustische Information, daß auf dem Laufwerk gearbeitet wird. Die Firmware ist auch hierauf vorbereitet. Durch Anschluß eines kleinen Piezosummers an die Kontakte JB können die Spurbewegungen des Lesekopfes hörbar gemacht werden. Ein Piezosummer ist aber etwas ungeeignet. Er hört sich etwas mickrig an. Ein kleiner dynamischer Lautsprecher klingt besser und ist durch den verstärkenden Transistor lauter.
Die Lautsprecheransteuerung besteht aus zwei Widerständen und einem NPN-Transistor. Verwendet man SMD-Bauteile, ist die kleine Schaltung schnell auf der Unterseite der GOTEK-Platine aufgebaut. Es fehlt dann noch ein kurzes Kabel zum Lautsprechenanschluß.
Eine dritte Taste
An der Steckerleiste an den Kontakte JA kann man eine dritte Taste anschließen und damit neue Eigenschaften des GOTEK-Laufwerkes erschließen: z.B. Diskette auswerfen.

Erzeugen und Arbeit mit DSK-Abbildern
Das TD0-Format hat sich als sehr praktikabel erwiesen und war nicht nur in der DDR weit verbreitet. Diese Abbilder können mit dem kleinen Programm 'samdisk ' auf der Kommandozeile eines DOS- bis XP-Rechners in das lineare DSK-Format umgewandelt werden:
    SAMdisk.exe system.td0 system.dsk
'samdisk' gibt es auch für MAC- und LINUX-Rechner.
Ist mindestens eine DSK-Datei auf dem Speicherstift vorhanden, meldet sich das Laufwerk nicht mehr mit 'F-F' in der Anzeige, sondern mit '000'. Nach Auswahl eines Diskettenabbildes, kann man mit diesem arbeiten.
Es empfiehlt sich, die Abbilder unterschiedlicher Rechner in Verzeichnissen unterzubringen. Dadurch hat man später die Möglichkeit, die Verzeichnisse anzuwählen und die Auswahl ist übersichtlicher.

Diskettenabbilder (weitere folgen)
Rechnertyp Beschreibung Dateiname Dateigröße
Z9001 Z9001-Archiv mit 5 Disketten z9.zip 1,074,552 Bytes
BIC BIC-Archiv mit 11 Disketten (+ 4x leer) bc.zip 1,829,015 Bytes
KC85 KC85-Archiv mit x Disketten kc.zip 0 Bytes
PC1715 PC1715-Archiv mit x Disketten pc.zip 0 Bytes
Leerdiskette Archiv mit 2 leeren Disketten leer.zip 9,151 Bytes


Zusammenfassung
Die Beschreibungen zu Flashfloppy sind bei GITHUB leider alle in unserer neuen Muttersprache und nicht jeder ist ein Sprachgenie. Deshalb noch ein Hinweis zur Konfiguration:
Im ZIP-Archiv von Flashfloppy gibt es eine Datei FF.CFG. Hier werden die Eigenschaften der Firmware festgelegt. Diese Datei kann man bearbeiten, um eigene Einstellungen vorzunehmen. Anschließend wird diese Datei in ein Verzeichnis FF auf dem USB-Speicherstift abgelegt. Bei der Initiali­sierung werden die Parameter aus dieser Datei gelesen.
Beispiel:
Die Zeichengröße (Grundeinstellung: oled-font = 6x13) kann man in oled-font = 8x16 ändern. Dadurch wird die verwendete Schrift größer.
Ohne Speicherstift kann man die Grundeinstellung durch Drücken beider Tasten (etwa drei Sekunden) wieder herstellen. Legt man den Speicherstift wieder ein, wird die dort in der FF.CFG-Datei vorgegebene Konfiguration eingelesen.

Durch die Erweiterungen wird die Arbeit mit dem GOTEK-Laufwerk angenehmer. Sie sind eine nette Spielerei und alles zusammen hat mich nur ca. 25 € gekostet.

Bilder
Der Lautsprecher im linken Bild hat 5 cm Kantenlänge und ist zu groß. Besser ist ein Lautsprecher mit 4 cm Kantenlänge von Reichelt.
GOTEK mit Einbauten   LP-Rückseite
 
FlashFloppy 6x13   FlashFloppy 8x16 Diskettenanzeige 8x16

Weitere Links:
Gotek USB Floppy Laufwerk Firmware flashen – Teil 2
Howto: flash a Gotek with no programmer
Transform the Gotek Floppy Emulator into an Amiga Floppy emulator
Tutorial: GOTEK USB Floppy-Emulator inkl. Disketten Management Software ???
GOTEK-Laufwerk [Homecomputer DDR]
fdrawcmd.sys

Letzte Bearbeitung: 19. 04. 2020
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